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03.02.2020

Altdorf will mehr Inklusion leben

150 Gäste kamen zur Auftaktveranstaltung der Veranstaltungsreihe „Teilhabe in Altdorf – Kommunal-Wahlen 2020“ im Betsaal des Wichernhauses – Die vier Bürgermeisterkandidaten waren sich in wichtigen Bereichen einig.

Altdorf –  Bei der Auftaktveranstaltung der Veranstaltungsreihe „Teilhabe in Altdorf – Kommunal-Wahlen 2020“ im Betsaal des Wichernhauses beantworteten die Bürgermeisterkandidaten von CSU, Thomas Kramer, SPD, Martin Tabor, Freie Wähler / UNA Thomas Dietz und Bündnis 90 / Die Grünen Hans-Dieter Pletz die Fragen der 150 Gäste vor allem zu den Bereichen Wohnen, Barrierefreiheit im öffentlichen Raum, Öffentlicher Personennahverkehr und Teilhabe am Arbeitsleben.

Zu diesen Themen hatte eine inklusive Arbeitsgruppe im Vorfeld Wahlprüfsteine entwickelt und die Bürgermeisterkandidaten um eine schriftliche Stellungnahme gebeten. Die Antworten sind unter www.rummelsberger-diakonie.de/wahl-altdorf veröffentlicht. An der Arbeitsgruppe beteiligen sich: die Behindertenbeauftragten des Bezirkes Mittelfranken und des Landkreises Nürnberger Land sowie der Stadt Altdorf, der Arbeitskreis AK Mobil mit Handicap, der Bewohnerbeirat des Wichernhauses Altdorf und die Rummelsberger Diakonie.

Im Laufe der Diskussion hat sich gezeigt, dass sich die Kandidaten in wichtigen Punkten weitgehend einig sind:

  1. Sie fordern die Gründung einer städtischen Wohnbaugesellschaft, die im Geschossbau günstigen und rollstuhlgerechten Wohnraum schaffen könnte.
  2. Im Bereich der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum wollen sie den Ausbau der verkehrsberuhigten Zonen zwischen den Kreisverkehren als gemeinsames Ziel vorantreiben.
  3. Alle Kandidaten wollen die Versorgung mit rollstuhlgerechten Toiletten in der Innenstadt verbessern. Im der Diskussion waren vier mögliche Standorte.
  4. Beim Thema Arbeit soll die Stadt ihre Beschäftigungsquote von 11 Prozent Menschen mit Behinderung mindestens halten und vielleicht noch steigern. Vorgeschrieben sind lediglich  5 Prozent. Auch wollen alle Kandidaten örtliche Unternehmen besser informieren und ermutigen Menschen mit Behinderung einzustellen.

Die Positionen der Bürgermeisterkandidaten und weitere Termine der Veranstaltungsreihe Teilhabe in Altdorf – Kommunal-Wahlen 2020“ lesen Sie unter www.rummelsberger-diakonie.de/wahl-altdorf.


Von: Heike Reinhold

Einigkeit in wichtigen Bereichen: Bei der Auftaktveranstaltung der Veranstaltungsreihe „Teilhabe in Altdorf – Kommunal-Wahlen 2020“ im Betsaal waren sich die vier Bürgermeisterkandidaten in wichtigen Bereichen weitgehend einig. Auf dem Podium (von links) Angelika Feisthammel, Behindertenbeauftragte im Nürnberger Land, die Bürgermeisterkandidaten Thomas Dietz (Freie Wähler/UNA), Thomas Kramer (CSU), Hans-Dieter Pletz (Bündnis 90/Die Grünen) und Martin Tabor (SPD). Rechts im Bild: Zuerst Dr. Günter Breitenbach, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Rummelsberger Diakonie und Thomas Jacoby, Leiter des Wichernhauses. Foto: Ulrich Reuter

22.01.2020

Kultur to go

Rummelsberger Diakoniemuseum bietet neue Reihe „Museum unterwegs“

Rummelsberg – Wenn der Prophet nicht zum Berg kommen kann, kommt eben der Berg zum Propheten. Frei nach diesem Motto bietet das Diakoniemuseum Rummelsberg seit Kurzem die Reihe „Museum unterwegs“ an. Dabei kommt zwar keine Prophetin zu den nicht (mehr) so mobilen Menschen in Senioren-Einrichtungen und Wohngruppen für Menschen mit Behinderung, dafür aber Diakonin Martina Fritze. Die studierte Gerontologin bietet Interessierten an, ein Stück Diakoniegeschichte mitzuerleben: Sie hat Ausstellungsobjekte im Gepäck, die den Menschen Anknüpfungspunkte bieten, über ihre eigene Geschichte und auch das große Weltgeschehen ins Gespräch zu kommen. Bei der Premiere im Stephanushaus Rummelsberg hat das prima geklappt.

Gisela Schmid stammt aus Schlesien und musste während des Zweiten Weltkrieges mit ihrer Familie nach Westen fliehen. Als sie Fritzes Mitbringsel – einige Spielfiguren aus sogenanntem Plastolin – entdeckt, fällt ihr wieder ein: „Mein Vater hat früher ähnliche Figuren aus Zinn gemacht.“ Nach dem Vortrag kommt die Seniorin nach vorne zu Diakonin Fritze und lässt sich die Figuren genau zeigen. Genau so soll es sein, erklärt Martina Fritze die Idee hinter der Reihe „Museum unterwegs“. „Die Menschen sollen sich eingeladen fühlen, ihre eigenen Berührungspunkte mit der Diakoniegeschichte zu entdecken.“

Derzeit ist die aktuelle Schau „Feldlazarett und Wanderkino“ Thema bei „Museum unterwegs“. Die Ausstellung erzählt die Geschichte der Diakonie in Bayern vor 100 Jahren anhand von Filmen, Fotos, Dokumenten und Exponaten. Zu letzteren gehören die Spielzeugfiguren, die in Form von Feldgeistlichen und Soldaten vor allem jüngere Zuhörerinnen und Zuhörer in Erstaunen versetzen. Zur Zeit des Ersten Weltkriegs allerdings war „Kriegsspielzeug“ im Kinderzimmer nicht unbedingt eine Ausnahme. Auch Kirche und Krieg waren in dieser verhängnisvollen Zeit keine kompletten Gegensätze. All das erfahren Besucherinnen und Besucher entweder live im Diakoniemuseum Rummelsberg oder im Rahmen von „Museum unterwegs“ bei sich vor Ort.

Anfragen für die Reihe „Museum unterwegs“ richten Interessierte bitte frühzeitig an:
diakoniemuseum@rummelsberger.net


Von: Andrea Höfig-Wismath

Anknüpfungspunkt: Diakonin Martina Fritze (links) und Gisela Schmid kamen über alte Plastolin-Figuren ins Gespräch. Gisela Schmids Vater hatte früher in der alten Heimat Schlesien ähnliche Figuren selbst hergestellt.

Diakonin Martina Fritze berichtet bei „Museum unterwegs“ über die Geschichte der Diakonie in Bayern zur Zeit des Ersten Weltkriegs. Fotos: Andrea Höfig-Wismath