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09.12.2019

15.000 Euro für mehr Abwechslung auf dem Pausenhof

Stiftung ANTENNE BAYERN hilft überreicht Spende an Dr. Kurt-Blaser-Schule des Heilpädagogischen Zentrums Bayreuth

Bayreuth – Ausgelassen toben und dabei den Kopf frei bekommen für neuen Lernstoff: An der Dr. Kurt-Blaser-Schule sollen die Kinder ihre Pausen an der frischen Luft künftig noch schöner gestalten können. Mithilfe einer Großspende in Höhe von 15.000 Euro, die die Stiftung ANTENNE BAYERN hilft jetzt an das Heilpädagogische Zentrum Bayreuth überreichte, kann der Pausenhof mit neuen festinstallierten Spiel- und Klettergeräten ausgestattet werden.

Bei der Übergabe des Spendenschecks am internationalen Tag der Menschen mit Behinderung wurde Felicitas Hönes, Geschäftsführerin der Stiftung, von Clown Lupino begleitet, der die Schülerinnen und Schüler mit einer Zaubershow begeisterte. „Wir wollen den Kindern mit unserer Spende und unserem Besuch in der Vorweihnachtszeit eine spezielle Freude bereiten“, so Felicitas Hönes. „Es berührt mich sehr, heute hier zu sein.“ Bayreuth ist für die Stiftung ANTENNE BAYERN hilft einer von vier Stopps im Rahmen der vorweihnachtlichen Spendentour durch den Freistaat.

„Sobald es das Wetter nach dem Winter zulässt, werden wir die neuen Geräte auf dem Pausenhof im Frühjahr 2020 installieren lassen“, betont Schulleiterin Anne Wayand. Insbesondere die Kinder der Grund- und Mittelschulstufe der Dr. Kurt-Blaser-Schule werden von den neuen Spiel- und Klettermöglichkeiten profitieren. „Wir freuen uns sehr, unseren Schülerinnen und Schülern mithilfe der Stiftung ANTENNE BAYERN hilft eine noch abwechslungsreichere Pausengestaltung ermöglichen zu können.“

Die Dr. Kurt-Blaser-Schule ist ein privates Förderzentrum. „Rund 180 Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf in der geistigen Entwicklung besuchen hier den Grund-, Mittel- oder den Berufsschulunterricht beziehungsweise die schulvorbereitende Einrichtung“, erklärt Fritz Glock, Geschäftsführer der Hilfe für das behinderte Kind Bayreuth gGmbH, und führt weiter aus: Neben der Schule gehören auch eine Tagestätte und ein Wohnheim für Kinder und Jugendliche zum Heilpädagogischen Zentrum.


Von: Ina Jacob

Spendenübergabe mit Zauber-Clown Lupino: Felicitas Hönes (l.), Geschäftsführerin der

28.11.2019

Neues Beratungsangebot für Menschen mit Autismus

Autismus-Kompetenz-Zentrum Mittelfranken berät Betroffene, Familien und Fachleute – In Rothenburg findet die erste Sprechstunde am 9. Dezember statt.

Rothenburg ob der Tauber – Fragen zur Diagnose, zu Hilfsangeboten oder bei Problemen, etwa auf der Arbeit oder in der Schule, beantwortet das Team vom Autismus-Kompetenz-Zentrum Mittelfranken (Autkom Mfr) aus Nürnberg. Alle vier bis sechs Wochen wird es künftig eine Sprechstunde vor Ort in Rothenburg geben. Der erste Termin ist am Montag, 09.12.2019 im Beratungsraum der Stadt Rothenburg, Grüner Markt 1 (EG), 91541 Rothenburg ob der Tauber, geplant.

Eine Autismus-Spektrum-Störung wirkt sich auf alle Bereiche des Lebens aus. Dagmar Heeg beschreibt die Wahrnehmung von Menschen mit Autismus so: „Wenn alle Sinne auf Empfang gestellt sind, hat dies eine enorme Reizüberflutung zur Folge.“ Mit Rita Winter und Yella Kroll berät sie in Nürnberg im Büro und an den Beratungstagen vor Ort Betroffene, deren Angehörige und Fachleute. Außerdem organisieren die drei Beraterinnen Vorträge, Workshops und Weiterbildungsseminare. Der Bedarf an Beratung ist groß.

„Im vergangenen Jahr haben 1.136 Menschen unseren Dienst in Anspruch genommen“, berichtet Autkom-Beraterin Winter. Die meisten Ratsuchenden kommen zum Erstgespräch in die Beratungsstelle in Nürnberg oder besuchen nach vorheriger telefonischer Terminvereinbarung eine wohnortnahe Außensprechstunde. Danach folgt in der Regel eine Vielzahl von Telefonaten und E-Mails. Die Themen sind breit gefächert. Häufig geht es um Probleme in der Schule oder auf der Arbeit. Aber auch im persönlichen Umfeld können Schwierigkeiten in Kommunikation und Beziehungsgestaltung zu einer Belastungssituation führen. Generell gilt: „Jedes Lebensthema kann unter dem Blickwinkel Autismus besondere Fragestellungen aufwerfen und Beratungs- und Unterstützungsbedarf zur Folge haben“, sagt Rita Winter.

So vielfältig die Fragen, so verschieden kann auch die Ausprägung von Autismus sein, die von einer leichten Beeinträchtigung bis hin zu einer schweren Einschränkung reichen kann. „Manche Menschen sprechen nicht, andere haben Probleme, die zwischenmenschlichen Reaktionen zu deuten“, erklärt Dagmar Heeg. Generell handelt es sich bei autistischen Behinderungen um eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, denen komplexe Störungen des Zentralnervensystems zugrunde liegen. Häufig wird Autismus, beziehungsweise Autismus-Spektrum-Störungen, als Beeinträchtigung der Informations- und Wahrnehmungs-verarbeitung bezeichnet. Für die Betroffenen bedeutet dies, dass sie sich im Alltag schwertun mit sozialer Interaktion und Kommunikation, was wiederum die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben beeinflusst und behindern kann.

Dass es eine Zunahme bei der Zahl von Menschen mit gesicherter Autismusdiagnose gibt, liegt laut Dagmar Heeg daran, dass sich die Diagnostik verbessert hat, die Testverfahren differenzierter geworden sind. Daher könne Autismus früher und besser festgestellt werden. Nach Schätzungen des Bundesverbandes Autismus Deutschland leben in Deutschland über eine halbe Million Menschen mit Autismus.

Das Autismus-Kompetenz-Zentrum Mittelfranken (Autkom) ist vor zwölf Jahren auf Initiative des Vereins autismus Mittelfranken entstanden. Der Verein ist neben der Rummelsberger Diakonie, Diakoneo, der Lebenshilfe Nürnberg und der Stadtmission Nürnberg Träger der Beratungsstelle.

Eine Terminvereinbarung für die erste Autkom-Sprechstunde im Beratungsraum der Stadt Rothenburg, Grüner Markt 1 (EG), Rothenburg erfolgt über Sandra Ringel vom Autkom Mittelfranken unter Telefon 0911 21 55 95 900 oder per E-Mail unter: info@autismus-mittelfranken.de. In Ausnahmefällen sind auch Hausbesuche möglich.

Weitere Informationen unter www.autismus-mittelfranken.de.


Von: Heike Reinhold

Das Autkom-Team (von links): Yella Kroll, Sandra Ringel, Dagmar Heeg und Rita Winter Foto: Heike Reinhold