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28.11.2019

Neues Beratungsangebot für Menschen mit Autismus

Autismus-Kompetenz-Zentrum Mittelfranken berät Betroffene, Familien und Fachleute – In Rothenburg findet die erste Sprechstunde am 9. Dezember statt.

Rothenburg ob der Tauber – Fragen zur Diagnose, zu Hilfsangeboten oder bei Problemen, etwa auf der Arbeit oder in der Schule, beantwortet das Team vom Autismus-Kompetenz-Zentrum Mittelfranken (Autkom Mfr) aus Nürnberg. Alle vier bis sechs Wochen wird es künftig eine Sprechstunde vor Ort in Rothenburg geben. Der erste Termin ist am Montag, 09.12.2019 im Beratungsraum der Stadt Rothenburg, Grüner Markt 1 (EG), 91541 Rothenburg ob der Tauber, geplant.

Eine Autismus-Spektrum-Störung wirkt sich auf alle Bereiche des Lebens aus. Dagmar Heeg beschreibt die Wahrnehmung von Menschen mit Autismus so: „Wenn alle Sinne auf Empfang gestellt sind, hat dies eine enorme Reizüberflutung zur Folge.“ Mit Rita Winter und Yella Kroll berät sie in Nürnberg im Büro und an den Beratungstagen vor Ort Betroffene, deren Angehörige und Fachleute. Außerdem organisieren die drei Beraterinnen Vorträge, Workshops und Weiterbildungsseminare. Der Bedarf an Beratung ist groß.

„Im vergangenen Jahr haben 1.136 Menschen unseren Dienst in Anspruch genommen“, berichtet Autkom-Beraterin Winter. Die meisten Ratsuchenden kommen zum Erstgespräch in die Beratungsstelle in Nürnberg oder besuchen nach vorheriger telefonischer Terminvereinbarung eine wohnortnahe Außensprechstunde. Danach folgt in der Regel eine Vielzahl von Telefonaten und E-Mails. Die Themen sind breit gefächert. Häufig geht es um Probleme in der Schule oder auf der Arbeit. Aber auch im persönlichen Umfeld können Schwierigkeiten in Kommunikation und Beziehungsgestaltung zu einer Belastungssituation führen. Generell gilt: „Jedes Lebensthema kann unter dem Blickwinkel Autismus besondere Fragestellungen aufwerfen und Beratungs- und Unterstützungsbedarf zur Folge haben“, sagt Rita Winter.

So vielfältig die Fragen, so verschieden kann auch die Ausprägung von Autismus sein, die von einer leichten Beeinträchtigung bis hin zu einer schweren Einschränkung reichen kann. „Manche Menschen sprechen nicht, andere haben Probleme, die zwischenmenschlichen Reaktionen zu deuten“, erklärt Dagmar Heeg. Generell handelt es sich bei autistischen Behinderungen um eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, denen komplexe Störungen des Zentralnervensystems zugrunde liegen. Häufig wird Autismus, beziehungsweise Autismus-Spektrum-Störungen, als Beeinträchtigung der Informations- und Wahrnehmungs-verarbeitung bezeichnet. Für die Betroffenen bedeutet dies, dass sie sich im Alltag schwertun mit sozialer Interaktion und Kommunikation, was wiederum die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben beeinflusst und behindern kann.

Dass es eine Zunahme bei der Zahl von Menschen mit gesicherter Autismusdiagnose gibt, liegt laut Dagmar Heeg daran, dass sich die Diagnostik verbessert hat, die Testverfahren differenzierter geworden sind. Daher könne Autismus früher und besser festgestellt werden. Nach Schätzungen des Bundesverbandes Autismus Deutschland leben in Deutschland über eine halbe Million Menschen mit Autismus.

Das Autismus-Kompetenz-Zentrum Mittelfranken (Autkom) ist vor zwölf Jahren auf Initiative des Vereins autismus Mittelfranken entstanden. Der Verein ist neben der Rummelsberger Diakonie, Diakoneo, der Lebenshilfe Nürnberg und der Stadtmission Nürnberg Träger der Beratungsstelle.

Eine Terminvereinbarung für die erste Autkom-Sprechstunde im Beratungsraum der Stadt Rothenburg, Grüner Markt 1 (EG), Rothenburg erfolgt über Sandra Ringel vom Autkom Mittelfranken unter Telefon 0911 21 55 95 900 oder per E-Mail unter: info@autismus-mittelfranken.de. In Ausnahmefällen sind auch Hausbesuche möglich.

Weitere Informationen unter www.autismus-mittelfranken.de.


Von: Heike Reinhold

Das Autkom-Team (von links): Yella Kroll, Sandra Ringel, Dagmar Heeg und Rita Winter Foto: Heike Reinhold