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11.11.2019

Mehr Musik am Wurzhof

Neues therapeutisches Musikangebot der Einrichtung der Rummelsberger Diakonie mit Spenden der NordicWalkingTour 2019 finanziert.

Postbauer-Heng – Neue Lieder und Rhythmen probieren 12 Bewohner_innen künftig im Andachtsraum des Wurzhofs aus. Die Teilnehmer_innen musizieren unter der Leitung der Nürnberger Musiktherapeutin Angela Schirmer-Kranz in zwei Gruppen. Sie treffen sich jeweils einmal im Monat im Andachtsraum der Einrichtung der Rummelsberger Diakonie. „Ziel ist, durch Hören, Spielen und Bewegen zu Musik die eigene Erlebenswelt kreativ anzusprechen und so das Selbstbewusstsein zu stärken und eigene Ressourcen zu entdecken", sagt die Musiktherapeutin.

Eine erste Schnupperstunde kam bei den Bewohner_innen sehr gut an. „Die Frauen und Männer freuen sich auf das Musikprojekt“, erzählt Einrichtungsleiter Stefan Schurkus. Möglich gemacht wurde es durch eine Spende über 200 Euro von der Veranstaltern der NordicWalkingTour 2019 rund um Postbauer-Heng. Die Tour wird von den Sportvereinen FC Ezelsdorf, FSV Oberferrieden, TSV Burgthann und vom Henger SV organisiert.

Mitte September starteten 46 Teilnehmer_innen beim letzten Lauf der NordicWalkingTour 2019. Verpflegt wurden die Starter_innen auf der zehn Kilometer langen Strecke an zwei Stationen. Eine befand sich am Wurzhof, einer Einrichtung der Rummelsberger Diakonie in Postbauer-Heng. Bewohner_innen und Mitarbeiter_innen reichten den Sportlern frisches Obst, Müsliriegel und kühle Getränke, damit sie gestärkt die restlichen Kilometer bis zum Ziel im Henger Sportheim laufen konnten.

Im Anschluss übergab Organisatorin Monika Clarck als Vertreterin der Sportvereine die Spende an die Bewohner_innen des Wurzhofs, die zusammen mit Einrichtungsleiter Stefan Schurkus zum Sportheim gekommen waren. „Ohne die Spende wäre es nicht möglich gewesen, das musiktherapeutisches Gruppenangebot zu organisieren“, bedankte sich Stefan Schurkus.


Von: Heike Reinhold

Bei der Spendenübergabe im Henger Sportheim: Organisatorin Monika Clarck als Vertreterin der Sportvereine (Dritte von rechts) überreichte Einrichtungsleiter Stefan Schurkus (Siebter von links) die Spende. Foto: Dieter Vulpius

07.11.2019

Wittekindshofer Traumaprojekt gewinnt Schutzbengel Award

Preisverleihung auf der Sozialmesse ConSozial am 6. November

Nürnberg – „Für den Schutzbengel Award 2019 sind Bewerbungen aus dem gesamten Bundesgebiet eingegangen. Gesucht waren innovative Projekte und Initiativen, die junge Menschen begleiten, die durch alle Raster fallen. Mit einem deutlichen Punktevorsprung hat das Wittekindshofer Projekt ‚ABAKUS – meine Leben zählt‘ den Zuschlag für den mit 10.000 Euro dotierten Preis bekommen“, sagte Olaf Forkel, Leiter der Aktion Schutzbengel, bei der Preisverleihung in Nürnberg. In Vertretung für den erkrankten Schirmherrn – Schauspieler und Regisseur Heikko Deutschmann – überreichte Forkel den Schutzbengel Award am Mittwoch, 6. November, auf der KongressMesse ConSozial an Diakon Axel Menningen und sein Team. Das Projekt „ABAKUS-mein Leben zählt!“ hat die Gütersloher Walter-Blüchert-Stiftung als Modellprojekt drei Jahre gefördert. Aufgenommen wurden neben Kindern und Jugendlichen aus Ostwestfalen, Lippe und dem Rheinland auch junge Menschen aus anderen Bundesländern.

„ABAKUS – mein Leben zählt“ wendet sich an schwer traumatisierte Kinder und Jugendliche mit Intelligenzminderung. Der Wittekindshofer Diakon und Traumapädagoge Axel Menningen hat in den vergangenen fünf Jahren mit einem interdisziplinären Projektteam bewährte Grundlagen und Methoden der Traumapädagogik für junge Menschen mit Lernschwierigkeiten weiterentwickelt und ein spezialisiertes Wohnangebot mit heilpädagogischer Intensivbetreuung in Bad Oeynhausen-Volmerdingsen aufgebaut.

Beziehungsabbrüche lassen Traumata wiederaufbrechen

„Der Wittekindshof hat genau die Kinder und Jugendlichen im Blick, die Grenzgänger zwischen verschiedenen Hilfesystemen sind und oft Systemsprenger genannt werden. Aber diese jungen Menschen wollen keine Systeme sprengen, sondern wissen nicht, wohin mit ihrer Wut. Sie müssen wegen ihres Verhaltens und ihrer Aggressionen Eltern, Pflegefamilien und immer wieder auch Heime verlassen, weil alle – einschließlich Kinder- und Jugendpsychiatrie – überfordert sind. Bereits kleine Kinder erleben so wiederholte Beziehungsabbrüche, die all das noch verschlimmern, was sie bereits durch sexuelle Übergriffe, Gewalt und Vernachlässigung erlebt haben“, so Forkel. Überzeugt hat den wissenschaftlichen Beirat der Aktion Schutzbengel als Jury, dass der Wittekindshof mit ABAKUS den Kindern und Jugendlichen einen sicheren Ort anbietet, wo auch Krisen gemeinsam durchgestanden werden. „ABAKUS eröffnet Perspektiven für junge Menschen mit geistiger Behinderung und schwerer Traumafolgestörung, bei denen die Gefahr groß ist, dass sie durch alle Raster fallen.“

Axel Menningen dankte herzlich für die Auszeichnung, die er als eine großartige Motivationshilfe sieht, diese anspruchsvolle Aufgabe weiterzuentwickeln. Allerdings so fragte er in seiner Rede nachdenklich, wem der Dank eigentlich gebühre? Dem Wittkekindshof, der Idee Abakus, den Mitarbeitenden oder den jungen Menschen, die bereit seien ihre Verletzungen zu bearbeiten? Das Preisgeld jedenfalls kommt allen Beteiligten zugute und ist hochwillkommen.

Die Aktion Schutzbengel ist eine Initiative der Rummelsberger Diakonie, einem der großen diakonisch-sozialen Träger in Bayern. Der Schutzbengel Award ist ein Preis der Kinder- und Jugendhilfe und wurde in seiner zwölften Auflage in diesem Jahr erstmals an einen Träger der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung verliehen. Das Preisgeld ist wie in den Vorjahren gestiftet von der bundesweit tätigen CURACON Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft. Im Wittekindshof wird das Geld den Kindern und Jugendlichen mit Behinderung und schweren Traumafolgestörungen zugutekommen und zur Weiterentwicklung des Projektes „ABAKUS - mein Leben zählt!“ genutzt.


Von: Diakon Georg Borngässer/ Andrea Höfig-Wismath

Olaf Forkel, Leiter der Aktion Schutzbengel, hielt stellvertretend für den Schirmherrn Heikko Deutschmann die Laudatio auf den Preisträger, den Wittekindshof – Diakonische Stiftung für Menschen mit Behinderungen. Der Schutzbengel selbst dufte dabei natürlich nicht fehlen.

Marlene Rupprecht, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Aktion Schutzbengel und ehemalige Bundestagsabgeordnete der SPD für den Wahlkreis Fürth, (Zweite v. li.) überreichte die Urkunde an Diakon Axel Menningen (Vierter v. li.) und das Team vom Wittekindshof – Diakonische Stiftung für Menschen mit Behinderungen. Fotos: Diakon Georg Borngässer